Wasserkühlung

Beim Einsatz von rotierenden, elektrischen Instrumenten entsteht Reibungswärme. Dies ist ein umunstößliches, physikalisches Gesetz und kann auch durch Verwendung von sogenannten „heatless“ Schleifern nicht ausser Kraft gesetzt werden. Diese verringern zwar die enstehende Wärme, können aber nicht verhindern, daß der zu beschleifende Zahn weit über die physiologische Grenze hinaus erhitzt wird.

Diese Reibungswärme erreicht durchaus Temperaturen von mehreren hundert Grad Celsius, z.B. erkennbar bei der Rotverfärbung des Metalls beim Durchtrennen einer Eisenstange mit einer Flex.

Aus diesem Grunde wird im Bereich der humanen Zahnmedizin schon seit den 50iger Jahren Zahnsubstanz ausschließlich unter Wasserkühlung abgeschliffen, um Schädigungen zu verhindern.

Die Proteinstrukturen in Zähnen werden ab Temperaturen von ca. 42°Celsius verändert, wie z.B. erkennbar beim Kochen eines Eies. Man bedenke hierbei, daß eine so geringe Erwärmung (Normaltemperatur Pferd: 37,5°-38,5°) sich nur sehr schwer während einer Behandlung entdecken lassen würde und somit muß die Erwärmung von vorn herein durch Wasserkühlung ausgeschlossen werden.

dsc_6193.jpgDiamantscheibe
dsc_6209.jpgDiamantschleifer
   

Diese grundsätzlichen Erkenntnisse gelten, ebenso wie bei uns Menschen, auch bei Pferden!

Leider wird dieses „über-den-Tellerrand-schauen“ noch von den Wenigsten praktiziert. Es werden immernoch der Großteil aller Pferde mit Bohrmaschinen ohne Wasserkühlung behandelt.

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Dies kann Folgen wie z.B. Pulpitis (Pulpitis ist die Entzündung der Pulpa, also des Gewebes im Zahninnenraum (Nerv) und verursacht sehr starke Schmerzen).

Da aber der Einsatz von elektrischen Schleifwerkzeugen beim Kürzen der Schneidezähne und beim Abtragen von überextendierten Zähnen unbedingt notwendig ist, muß folgerichtig diese Arbeit zwingend unter Wasserkühlung des zu behandelnden Zahnes vorgenommen werden. Dies mag zwar für die behandelnde Person unbequem sein, ist aber unumgänglich um keine Schäden anzurichten!

  alex@equine-well-being.eu